Exkurs - Datenformate

Datenformate

Eine Vielzahl von Sprachen kommt zum Einsatz, wenn Information dargestellt wird. Im Alltag benutzen wir in der Regel unsere Umgangssprache, manchmal auch spezielle Symbole wie z.B. Piktogramme. Wissenschaftler benutzen oft künstliche Sprachen, die eine präzisere Darstellung von Information über den betreffenden Forschungsgegenstand erlauben. So beschreiben Mathematiker ihre Ergebnisse in einer durch Formeln und bestimmte Floskeln angereicherten Sprache. Informatiker nutzen künstliche Sprachen, um Information in Form von Daten für eine Weiterverarbeitung mit dem Computer aufzubereiten.

Die Ausführungen der letzten Abschnitte verdeutlichen, dass Software-Werkzeuge ihre Daten jeweils in ganz bestimmten Formen abspeichern. Man sagt auch, dass sie bestimmte Datenformate benutzen. Ein Datenformat legt also fest, wie Daten eines bestimmten Gegenstandsbereichs strukturiert und dargestellt werden müssen.

Beispiele für Datenformate im Anwendungsbereich Textverarbeitung sind das RichText-Format, das OpenDocument-Format und das DocBook-Format. Die drei genannten Datenformate sind standardisierte Formate in dem Sinn, dass der Aufbau präzise dokumentiert ist und eine vielfache Verwendung beabsichtigt ist.

Proprietäre Datenformate

Viele Anwendungsprogramme benutzen sogenannte proprietäre Datenformate. Mit dem Begriff proprietär beschreibt man etwas, das jemandem zugehörig ist. Viele Software-Entwickler erfinden eigene - also proprietäre - Formate, in der die zu verwaltenden Daten beschrieben und gespeichert werden.

Wenn ein Software-Entwickler ein proprietäres Datenformat entwirft, dann hat er möglicherweise nicht vor, das entwickelte Datenformat mit anderen zu teilen, sondern will es nur für eigene Zwecke nutzen. Manche Software-Entwickler nutzen proprietäre Datenformate aber auch, um hiermit Geld zu verdienen. So gibt es große Software-Häuser, die proprietäre Datenformate für begehrte Software-Produkte geheim halten, damit Konkurrenten nicht so leicht die erzeugten Daten weiterverarbeiten können.

Standardisierte Datenformate

Wer dagegen Standards bei der Entwicklung eines Software-Produkts benutzt, erleichtert es anderen Entwicklerteams, auf die vom Software-Produkt erzeugten Daten zuzugreifen. In der Regel werden Software-Produkte auf diese Weise wertvoller, da sie gefragter sind. Auch bei der Entwicklung selbst ergeben sich oft viele Vorteile: Für Standards betreffende Aufgaben gibt es oft schon fertige Lösungen, die man direkt übernehmen kann. Das Rad muss dann nicht wieder neu erfunden werden.

Die Entwicklung geht heute dahin, insbesondere bei standardisierten Datenformate eine XML-basierte Struktur zu wählen. XML gibt einen Rahmen vor, wie Daten mit Hilfe von Auszeichnungen strukturiert werden können. XML bietet zusätzlich die Möglichkeit, Das Datenformat mit einer Dokumenttypdefinition genau festzulegen. Die DOM-Schnittstelle liefert zusätzlich eine standardisierte Schnittstelle, die die Entwicklung von Anwendungsprogrammen zur Verarbeitung von XML-Dokumenten erleichtert.

XML kann daher heute als Standard bei der Entwicklung neuer Datenformate angesehen werden kann.

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