Fachkonzept - Das Prinzip von Kerckhoffs

Entwicklung neuer Chiffriersysteme am Beispiel AES

Am 2. Januar 1997 wurde die Entwicklung eines neuen Chiffriersystems vom amerikanische Handelsministerium ausgeschrieben. Insgesamt wurden bis zum Abgabeschluss am 15. Juni 1998 fünfzehn Vorschläge aus aller Welt eingereicht. Auf einer Konferenz wurden die Chiffrierverfahren dann vorgestellt und öffentlich diskutiert. Fünf der Kandidaten (MARS, RC6, Rijndael, Serpent, Twofish) kamen in die nächste Runde. Weitere Analysen führten dazu, dass der Rijndael-Algorithmus zum Sieger erklärt wurde und heute im AES-Verfahren benutzt wird.

Interessant ist hier, dass man bei der Entwicklung neuer Verfahren gar nicht erst versucht, die Verfahren selbst geheim zu halten. Im Gegenteil, die Verfahren werden zur öffentlichen Diskussion allen Experten zur Verfügung gestellt. Nur die Verfahren, die eine solche Prüfung bestehen, haben eine Chance, in moderen Chiffriersystemen verwendet zu werden.

Das Prinzip von Kerckhoffs

Bei der Entwicklung neuer Chiffrierverfahren benutzt man ein Prinzip, das bereits Ende des 19. Jahrhunderts vom niederländischen Kryptologen Kerckhoffs von Nieuwenhof formuliert wurde.

Das Prinzip von Kerckhoffs ist ein grundlegendes Prinzip, das bei der Entwicklung moderner Chiffriersysteme benutzt wird. Es besagt: Die Sicherheit eines Chiffriersystems darf nicht davon abhängen, ob das benutzte Verfahren zum Ver- und Entschlüsseln bekannt ist. Die Sicherheit soll nur auf der Geheimhaltung von Schlüsseln beruhen.

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