Fallstudie - Verschlüsselung mit dem Caesar-Verfahren

Verschlüsselung von Nachrichten

streng geheim

Die Übermittlung geheimer Nachrichten hat eine lange Tradition. Seitdem schriftlich fixierte Nachrichten von einem Sender an einen Empfänger überbracht werden, tritt das Problem auf, dass bestimmte Nachrichten nur für den Empfänger bestimmt sind und während des Transports nicht von Unbefugten mitgelesen werden sollen. Schon sehr früh hat man zur Lösung dieses Problems Verfahren entwickelt, mit denen eine Nachricht ver- und wieder entschlüsselt werden kann.

Verschlüsselung mit dem Caesar-Verfahren

Auch der römische Staatsmann und Feldherr Julius Caesar (* 100 v. Chr. in Rom; † 44 v. Chr. in Rom) benutzte ein Verfahren zum Verschlüsseln von Nachrichten.

Asterix und Caesar

Caesar benutzte ein sehr einfaches Verfahren zum Verschlüsseln von Nachrichten. Er ließ jeden Buchstabe durch einen im Alphabet verschobenen Buchstaben ersetzen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
| | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C

Das folgende Beispiel zeigt das Resultat seiner Verschlüsselungsmethode.

S A L V E A S T E R I X
| | | | | | | | | | | | 
V D O Y H D V W H U L A

Aufgabe 1

(a) Entschlüssele die in der Abbildung gezeigte Antwort von Asterix.

(a) Verschlüssele analog eine selbst gewählte Nachricht. Gib sie an deine Nachbarin / deinen Nachbarn weiter. Sie / er soll die verschlüsselte Nachricht dann wieder entschlüsseln.

Info zum Caesar-Verfahren

Woher weiß man so genau, wie Caesar beim Verschlüsseln vorgegangen ist? Der römische Schriftsteller Sueton hat das von Caesar benutzte Verschlüsselungsverfahren wie folgt beschrieben:

„… si qua occultius perferenda erant, per notas scripsit, id est sic structo litterarum ordine, 
ut nullum verbum effici posset: quae si qui investigare et persequi velit, quartam elementorum litteram, 
id est D pro A et perinde reliquas commutet.“

Hier wird übrigens keine Geheimsprache benutzt, sondern Latein. Übersetzt heißt es:

„… wenn etwas Geheimes zu überbringen war, schrieb er in Zeichen, das heißt, er ordnete die Buchstaben so, 
dass kein Wort gelesen werden konnte: Um diese zu lesen, tauscht man den vierten Buchstaben, 
also D für A aus und ebenso mit den restlichen.“

Zielsetzung

Wir werden im Folgenden Programme zur automatisierten Ver- und Entschlüsselung von Texten nach der Caesar-Methode entwickeln. Vorab müssen wir uns aber noch mit der Darstellung und Verarbeitung von Texten beschäftigen.


Quellen

Zeichnung: Portrait Julius Caesar - Urheber: Amadscient - Lizenz: public domain

X

Fehler melden

X

Suche