Fachkonzept - objektorientierte Modellierung

Ein Modell der Realität

Bild: Skelett eines Menschen Modelle kennst Du aus verschiedensten Bereichen. In der Biologie benutzt man Modelle des Menschen, in der Chemie beschreibt man Prozesse mit Hilfe von Atommodellen, im Garten lässt man ein Modell eines Flugzeugs fliegen. Allen ist gemeinsam, dass das Modell die Realität vereinfacht. Außerdem ist ein Modell immer nur für einen bestimmten Zweck geeignet. Man kann nicht sagen, dass ein Modell gut oder schlecht ist. Man kann nur sagen, dass ein Modell gut oder schlecht geeignet ist, um eine konkrete Aufgabe zu lösen.

Betrachten wir das Modell eines Menschen einmal genauer. Die Abbildung zeigt ein Modell eines Menschen, so wie es wahrscheinlich in jeder Biologiesammlung einer Schule vorhanden ist. Wahrscheinlich würdest Du intuitiv zustimmen, dass das Modell recht detailliert und gut ist. Wenn man z.B. zeigen möchte, warum ein Mensch seine Beine nur nach hinten, aber nicht nach vorne beugen kann, lässt sich das sehr gut mit Hilfe des Modells erklären. Auch lässt sich vorhersegen welche Knochen bei einem Sturz auf die Seite besonders gefährdet sind. Stellt man sich aber die Frage, wie das menschliche Auge funktioniert, hilft einem dieses Modell gar nicht weiter. Für diesen Fall ist eine einfache Blechdose mit einem kleinen Loch besser geeignet, obwohl man hier intuitiv nicht von einem guten Modell sprechen würde.

Man muss sich bei der Modellierung also immer fragen: Welche Informationen möchte ich aus dem Modell ableiten? Beim Modell eines Autos muss man also vorher entscheiden: Möchte ich die Aerodynamik des Autos untersuchen, möchte ich ein optisch realistisches Abbild schaffen, oder möchte ich den Marktwert eines Autos bestimmen? Alle drei Anforderungen ließen sich auch mit dem Softwaremodell eines Autos erreichen, allerdings unterscheidet sich dann die Modellierung erheblich. Möchte man die Aerodynamik untersuchen ist die Farbe sicher unerheblich. Dafür muss die Form genau definiert sein. Operationen, die man an dem Modell ausführen möchte, können dann z.B. die Berechnung des Luftwiderstands oder eine Veränderung der Form sein. Das optisch realistische Auto wiederum muss sicher eine Farbe haben. Operationen könnten die Drehung des Autos oder das Öffnen der Türen sein. Das Modell zur Abschätzung des Wertes benötigt dagegen Angaben zum Alter und zum Neupreis des Wagens. Operationen sind u.a. die Berechnung des aktuellen Marktwertes oder des momentanen Wertverlusts.

Herleitung eines objektorientierten Modells

Um ein objektorientiertes Modell zu erzeugen, muss man sich verschieden Fragen stellen:

Grafisch lässt sich dieser Prozess folgendermaßen darstellen:

Bild: Prozess der OOM allgemein

In unserem Fall interessiert uns der Wert von Gebrauchtwagen. Wir wählen dazu als Modellierungsgrundlage einige typische Vertreter aus, z.B. einen VW Golf. Dann kann man z.B. in verschiedenen Gebrauchtwagenportalen oder in der Zeitung die Beispiele untersuchen und exemplarisch Objektdiagramme erstellen. Aus der gemeinsamen Struktur der Objektdiagramme lässt sich dann ein Klassendiagramm ableiten.

OOM am Beispiel des Gebrauchtwagenmarktes

Objekt- und Klassendiagramme sind Teil der Unified Modeling Language, kurz UML. In dieser sind noch einige weitere Diagrammarten definiert, das am meisten benutzte Diagramm ist aber wohl das Klassendiagramm.

Quellen

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