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Alternative Didaktisierungen

Gleicher Inhalt - unterschiedliche Aufbereitungen

In der Fachdidaktik gilt der Grundsatz, Lernern möglichst viele Lernwege anzubieten. Klassische Lehrbücher können dem nur in Ansätzen gerecht werden, weil nur eine stark begrenzte Ressource in Form von Seiten für das Schulbuch zur Verfügung steht. Solche Beschränkungen gibt es bei einer elektronischen Bereitstellungen nicht. Das Schulbuch inf-schule nutzt diese Möglichkeit, indem es für gleiche Inhalte unterschiedliche didaktische Aufbereitungen anbietet. Lehrende und Lernenden haben so Wahlmöglichkeiten und können die für sie geeignetsten Materialien auswählen. Die folgenden Beispiele aus inf-schule verdeutlichen, dass es hierbei Wahlmöglichkeiten auf unterschiedlichsten Ebenen geben kann.

Beispiel - alternative Programmierparadigmen

In der Fachdidaktik Informatik wird die Wahl des für die Schule geeignetsten Programmierparadigmas und der passenden Programmiersprache recht kontrovers diskutiert (vgl. z.B. Baumann & Koerber (2001)). Indem inf-schule mehrere Paradigmen und Sprachen zur Auswahl stellt, erleichtert es Lehrerinnen und Lehrern, die für ihre Lerngruppe und für ihren Unterricht passende Wahl zu treffen. Derzeit werden auf inf-schule folgende Ansätze verfolgt:

  • „control first“ – am Anfang steht die Steuerung eines Befehlsinterpreters. Dieser Ansatz wird mit Kara und Scratch umgesetzt.
  • „data first“ – am Anfang steht die imperative Datenverwaltung mit Variablen und die Datenverarbeitung mit Zuweisungen. Dieser Ansatz wird im Kapitel Imperative Programmierung mit Python umgesetzt.
  • „objects first“ – am Anfang steht die Datenverwaltung und Datenverarbeitung mit Hilfe von Objekten. Dieser Ansatz wird im Kapitel Objektorientierte Programmierung mit Java umgesetzt.
  • „functions first“ – am Anfang steht die Datenverarbeitung mit Funktionen. Dieser Ansatz ist derzeit in Arbeit (vgl. Funktionale Programmierung mit Python)
  • „gui first“ – am Anfang steht die Erzeugung grafischer Benutzeroberflächen. Dieser Ansatz, der üblicherweise mit Delphi/Lazarus umgesetzt wird, ist in Planung.

Beispiel - alternative Strukturierungen

Die didaktische Strukturierung von Inhaltsbereichen kann nach verschiedenen Prinzipien erfolgen, z.B. nach dem systematischen Prinzip, genetischen Prinzip, exemplarischen Prinzip oder dem Kontextprinzip. Um verschiedenen Präferenzen gerecht zu werden, wird beispielsweise das Kapitel Imperative Programmierung mit Python parallel in zwei Strängen angeboten:

  • Strukturierung nach dem systematischen Prinzip: Das Lernen ist an der Systematik des Faches orientiert. Fachkonzepte werden – vom Einfachen zum Komplexeren – der Reihe nach anhand einfacher Problemstellungen eingeführt.
  • Strukturierung nach dem genetischen Prinzip: Erkenntnisprozesse beim Lernen sind an der problemorientierten Entwicklung der Fachinhalte ausgerichtet. Hier werden Fachkonzepte nach Bedarf bei der Bearbeitung informatischer Problemen eingeführt.

Beispiel - alternative kognitive Werkzeuge

Zur Unterstützung von Lernprozessen werden zahlreiche Simulationsprogramme als kognitive Werkzeuge eingesetzt. Oft stehen mehrere geeignete Werkzeuge zur Wahl. Das Schulbuch inf-schule kann hier dasselbe Thema mit unterschiedlichen Werkzeugen aufbereitet anbieten.

Beispiel - alternative Kontexte

Auch bei der Wahl passender Kontexte und Beispiele besteht die Möglichkeit, mehrere zur Auswahl zu stellen.

Beispiel - alternative Ansprüche zur inneren Differenzierung

Schließlich bieten alternative didaktische Aufbereitungen die Möglichkeit, unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichem Leistungsvermögen differenzierend gerecht zu werden. So wird im Abschnitt Datenverwaltung mit Variablen das Variablenkonzept in unterschiedlich komplexen Kontexten eingeführt:

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13.2.2.2
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