Üben

Funktionen von Üben

Üben ist integraler Bestandteil von Lernprozessen. Üben umfasst alle Lerntätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, neue oder bereits gelernte Begriffe, Verfahren, Zusammenhänge, Strategien, ... in variierenden Kontexten verfügbar zu machen und verständig verwenden zu können. Üben kann dabei verschiedenen Funktionen haben:

  • Festigung des Verständnisses:
    Nach einer ersten Begegnung mit einem Lerninhalt muss das Verständnis durch Übung erst einmal gesichert und gefestigt werden.
  • Anwendung und Vernetzung des neu erworbenen Wissens und Könnens:
    Das neu erworbene Wissen und Können muss in der Regel vielfältig angewandt und mit dem bereits bestehenden Wissen und Können vernetzt werden.
  • Automatisierung von Fähigkeiten:
    Grundlegende und häufig benötigte Operationen sollten durch Übung automatisiert werden.
  • Wiederholung von Kenntnissen und Fähigkeiten:
    Kenntnisse und Fähigkeiten müssen immer wieder reaktiviert werden, damit sie verfügbar bleiben.
  • ...

Aufgaben zum Üben

Ausgehend von den genannten Funktionen von Üben lassen sich unterschiedliche Aufgabentypen unterscheiden:

  • Aufgaben zur Festigung des Verständnisses:
    Hierzu zählen Aufgaben, die die neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten beweglich machen. Zum Beispiel können sie eine Rekonstruktionen von Erkenntnisprozessen einfordern, oder sie können Teilschritte oder Teilaspekte von Erkenntnisprozessen gezielt variieren.
  • Aufgaben zur Anwendung und Vernetzung des neu erworbenen Wissens und Könnens:
    Hierzu zählen Aufgaben, die eine Anwendung des neu erworbenen Wissens und Könnens in vielfältigen Problemsituationen einfordern. Hierzu gehören auch Aufgaben, bei denen neu erworbenes Wissen und neu erworbene Fähigkeiten gezielt mit bereits vorhandenem Wissen und vorhandenen Fähigkeiten vernetzt werden.
  • Automatisierung von Fähigkeiten:
    Hierzu zählen Aufgaben, die durch wiederholte Aktivierung Fähigkeiten "eintrainieren".
  • Wiederholung von Kenntnissen und Fähigkeiten:
    Hierzu zählen Aufgaben, die gezielt bereits vorhandes Wissen und Können aufgreifen.
  • ...

Anforderungen an Übungsaufgaben

Aufgaben zum Üben sollten möglichst viele der folgenden Anforderungen erfüllen:

  • sinnvolle Aufgabenstellungen:
    Aufgaben zum Üben sollten situative Kontexte aufgreifen und von sinnvollen Problemstellungen ausgehen.
  • variierende Aufgabenstellungen:
    Aufgaben zum Üben sollten unterschiedliche Kompetenzen durch vielfältige Aktivitäten fördern. Z.B. können Aufgaben dazu auffordern, Probleme zu lösen. Sie können aber auch dazu auffordern, vorgegebene Lösungsansätze nach bestimmten Fragestellungen zu analysieren, oder sie können dazu auffordern, Fehler zu finden und diese dann zu korrigieren. Aufgaben zum Üben sollten durch variierende Kontexte auch unterschiedliche Interessen ansprechen.
  • produktorientierte Aufgabenstellungen:
    In der Regel ist es sinnvoll, ein zu erstellendes Produkt als Ergebnis einer Aufgabe einzufordern. Dieses Produkt kann eine Beschreibung, ein formales Modell, ein lauffähiges Programm, ein Testprotokoll, ... sein.
  • variierende Schwierigkeitsgrade:
    Durch Aufgaben mit gestuften Schwierigkeitsgraden, Wahlaufgaben oder auch offeneren Aufgaben (bei denen man sich den Schwierigkeitsgrad selbst festlegen kann) sollten unterschiedliche Leistungsstärken berücksichtigt werden.
  • ...

Hinweis in eigener Sache

Die hier bereit gestellten Übungsaufgaben erfüllen die genannten Anforderungen nur in Teilen / in Ansätzen. In vielen Abschnitten fehlen Übungsaufgaben auch noch gänzlich. Du kannst gerne helfen, Übungsaufgaben zu verbessern oder zu ergänzen.

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